Weinhandlung Bremer

Firmenchronik II

...bene fundata durant...
(was gut gegründet ist, überdauert die Zeit)

Friedrich Ernst Bremer
Friedrich Ernst Bremer
1852 - 1920

Georg Bremer
Georg Bremer
1899 - 1976

Georg Friedrich Bremer
Georg Friedrich Bremer
1940

Philipp Cordt Bremer
Philipp Cordt Bremer
1968

Am Montag, den 13. März 1786 wurde dem Göttinger Magistrat folgendes Schreiben überreicht:

"Wohl- und Hochgeborene, auch Hochedele Hoch- und Wohlgelahrte, Hoch- und Wohlweise Herren Bürgermeister und Rath der Stadt Göttingen.

Hochzuehrende Herren!

In einer großen Handlung zu Bremen habe ich binnen 8 Jahren die Behandlung und Bearbeitung der Weine, und überhaupt die einem Weinhändler nötige Kentniß gründlich erlernt. Um die erlangte Kentniß zu erweitern, auch die einem Wirthe nötige Fähigkeiten, besonders in Bereitung der nötigen Speisen für honoratiores und Bedienung derselben zu erlangen, habe ich mich hierauf auf das ansehn liche Wirtshaus in Hannover, die London Schenke genannt, begeben und daselbst 6 Jahre in Diensten gestanden. Hierauf bin ich bey dem Weinhändler Tyri in Hannover, der daselbst einen sehr großen Weinhandel führet, in Dienst getreten, und führe bey demselben zu seiner Zufriedenheit nunmehro ins fünfte Jahr die direction seines Handels, und mit Hülfe zweyer mir untergebenen Küpers die Aufsicht über sein gantzes, sehr grosses Weinlager. Ich kann also wegen meiner Kentniß und meines Wohl verhaltens mich auf das Zeugnis aller deren bey denen in Diensten gestanden habe, berufen, und desfalß glaubwürdige Attestate beybringen.

Indeßen wünsche ich nunmehro, da beynahe 19 Jahre in Diensten gestanden, auch 2500 rtl. reines Vermögen habe, mich zu etabliren, und ein eigenes Gewerbe anzufangen. Ich habe dahero mich entschloßen, mich hieselbst zu besetzen, wenn Euro Wohl- und Hochedelgebohren mir die Erlaubniß, einen vollständigen Weinhandel zu führen, und eine Wirthschaft für honoratiores zu treiben, gütigst gestatten werden. Hierbey habe ich Rücksicht auf das von dem Maurermeister Linnen neu erbauete Haus an der Wehnder Straße, den sogenannten Stern genommen, und dieses, nebst einem zu einem ansehnlichen Weinlager nötigen Keller ausser solchem Hause, von ihm vorerst gemietet. Da dieses Haus annoch vor wenigen Jahren ein Wirthshaus für honoratiores gewesen ist, in der Tat auch äußerst wenig dergleichen Wirthshäuser anjetzo hieselbst vorhanden sind, darneben die Anzahl der hiesigen Weinhändler sehr gering ist, so hoffe ich, das Euro Wohl- und Hochedelgebohren es nicht für über flüssig halten werden, zum besten des publico, das ehemalige Wirthshaus, den so genanten Stern, widerum herzustellen, auch mir die Concession darin Wirthschaft und den Weinhandel dergestalt zu führen, daß mir dadurch Euro Wohl- und Hochedelgebohren Beyfall erwerben möge. Der ich mit der vollkommensten Hochachtung die Ehre habe zu sein

Euro Wohl- und Hochedelgebohren
unterthänigster Diener
Johann Conradt Bremer

>Jubiläums-Chronik ansehen (52 MB)           

>Jubiläums-Chronik bestellen (Preis 10,- Euro inkl. Mwst.)