Weinhandlung Bremer

Herbstbericht 2018 
von Philipp Bremer

 

2018 – ein historisches Jahr. Viele Regionen in Europa erlebten die größte Hitze- und Trockenheitsperiode seit über 100 Jahren. Viele landwirtschaftliche Kulturen haben darunter stärker gelitten als der Wein. Als mediterrane Pflanzen sind die Reben Trockenheit gewohnt und erreichen mit ihren langen Wurzeln selbst in Dürrezeiten noch das Wasser in tieferen Bodenschichten. Junge Anlagen allerdings waren in diesem Jahr auf Hilfe des Winzers angewiesen: Viele Hektoliter Wasser wurden heuer in die Weinberge gebracht.

Wird der 2018er nun auch ein Jahrhundertjahrgang? Viele hört man schon so reden. Doch viel Sonne hat auch eine Kehrseite. Die Zuckerwerte in den Traubensteigen schnell, und in den warmen Nächten wird die Säure hingegen schnell abgebaut. Vorsicht ist also geboten, den richtigen Lesezeitpunkt zu verpassen, sonst hat der Winzer schnell zu schwere, alkoholreichen und säurearme, matte Weine geerntet. Zu früh sollte auch nicht gelesen werden, da die Traube noch nicht die nötigen Reifearomen gebildet hat. Doch die Winzer sind auf der Hut. Täglich wird der Reifezustand der Trauben gemessen, und tatsächlich hat noch nie früh wie in diesem Jahr die Weinlese begonnen. Allerorten spricht man von sehr guten Qualitäten, die Trauben wurde in diesem Jahr von Krankheiten und Schädlingen verschont.

Doch auch der 2018er wird, nach dem Frostjahr 2017 als besonders kleine Ernte in die Geschichte eingehen. Manches Weingut wird da um Preiserhöhungen nicht herumkommen. Diese allerdings trägt der Weingenießer bei diesen Qualitäten gern.

Große Weine wird es geben in diesem Jahr, mit einem großen Reifepotential, von den man noch lange reden und trinken wird.